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Vorstellung des Projekts „Ja wo leben wir denn? – Mein Bericht zur Lage der Nation.“

In vier Klassen des Carl-Severing-Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung der Bildungsgänge Ausbildungsvorbereitung, Kaufleute für Dialogmarketing, Höhere Handelsschule und Berufliches Gymnasium für Informatik haben die Lehrerin und Lehrer Kathleen Pießnack, Roman Schmidt, Christian Blome und Thomas Aschhoff-Lennier für einen Zeitraum von vier Wochen das Projekt "Ja wo leben wir denn? - Mein Bericht zur Lage der Nation." mit ihren Schülerinnen und Schülern durchgeführt.

Wie kam es dazu und was soll das Projekt bewirken?
Als im Jahr 2015 die Anschläge in Paris die westliche Welt erschütterten, hatte das Carl Severing Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung eine Schweigeminute in allen Klassen angesetzt.

Zu unserer Verwunderung haben sich nicht wenige Schülerinnen und Schüler dieser Gedenkminute bewusst verweigert. Der anfängliche Ärger über dieses Verhalten wich schließlich der Erkenntnis, dass sich Menschen in der Mitte unserer Gesellschaft offenbar nicht dazugehörig fühlen.

Es entstand der dringliche Wunsch, diesen Schülerinnen und Schülern (aber auch allen anderen) einen Raum zu geben, in dem sie eine eigene Standortbestimmung für ihr Leben in Deutschland vornehmen können und diese auch im Unterricht zu thematisieren.

Daraus entstand das Projekt: „Ja, wo leben wir denn eigentlich? – Mein Bericht zur Lage der Nation.“
Hier sollte einmal nicht die Politik zu Wort kommen, sondern diejenigen, für deren Zukunft Politik gemacht wird... oder werden sollte.

Dabei sind in vier Klassen unterschiedlicher Bildungsniveaus zahlreiche Texte, Videoclips, Interviews, Umfragen und Musikbeiträge entstanden. Auch einige referatsähnliche Beiträge, die sich mit der politischen Situation in unserem Land befassen, sind eingereicht worden.

Dass das Projekt in das Bielefelder Jahr der Demokratie fiel, war ein glücklicher Zufall! Mit wohlwollender Begleitung der Schulleitung und tatkräftiger Unterstützung unserer Sozialarbeiterin Conny Weber konnten Fördergelder der Stadt Bielefeld für das Projekt gewonnen werden.

Was kam heraus?
Unterschiedlichste Handlungsprodukte, je nach individuellen Möglichkeiten und Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler: Comics, Videos, Referate, literarische Texte, Sachtexte, Interviews, Umfragen und Songs / Raps.

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Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler waren sehr positiv und es gab viel Raum für Öffnung und Begegnung in der jeweiligen unterschiedlichen Sicht auf unser Land, unsere Demokratie, unser Leben mit all den Wünschen, Hoffnungen, aber auch Sorgen und Ängsten, bis hinein in deren Familien und Lebensgeschichten.

Am Ende konnte aus den Fördergeldern eine Dokumentation in Form einer Broschüre gedruckt werden, die am 07.11. im Rahmen einer Präsentation (gemeinsam mit anderen, von der Stadt geförderten Projekten) im Rathaus der Stadt Bielefeld den Politkern und der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Eine Ansprache von Bürgermeister Pit Clausen eröffnete diese Veranstaltung und zahlreiche interessierte Bürger und Ratsmitglieder besuchten den Stand des Carl-Severing-Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung. MDB Georg Fortmeier wollte das Heft sogar mit in den NRW-Landtag nehmen – ein hoffnungsvolles Zeichen, dass das Anliegen des Projektes in der Politik nicht unerhört bleibt. (ASH)