Politiker sitzen doch nur den ganzen Tag herum und sind während wichtiger Debatten nur am Handy, oder? Nicht immer - das konnte ich erfahren, als ich Christina Kampmann (MdL) für drei Tage im 10. Jugendlandtag vertreten durfte.

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Am 4. Juli ging es nach Düsseldorf zum Jugendlandtag. In Düsseldorf angekommen wurde ich von der Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und der Qualität der Jugendherberge positiv überrascht. Und mit meinen temporären Mitbewohnerinnen hatte ich den Jackpot gezogen - mit den beiden habe ich mich nämlich echt gut verstanden und wir sind immer noch in Kontakt. Von der Jugendherberge ging es über die Rheinbrücke zum Landtag und von dort aus in den Plenarsaal und auf die Plätze der Politikerinnen und Politiker, die wir in den nächsten Tagen vertreten durften.

2019 ahr jugendlandtag 2 360Wir wurden von Dorothea Dietsch, welche den Jugendlandtag jedes Jahr plant, sowie dem Helferteam offiziell begrüßt. Im Anschluss fand unsere erste Fraktionssitzung statt, allerdings wurden wir davor noch durch das Parlamentsgebäude geführt. In der Fraktionssitzung wurde dann der Vorsitzende für die Leitung der Fraktionssitzung gewählt und darauf fand schon die ersten Diskussionen zu den Themen, „ÖPNV attraktiver gestalten“ und „Impfpflicht als Voraussetzung für einen Kita-Platz“, statt. Diese Themen, über die uns Expertinnen und Experten informierten, begleiteten uns während der nächsten drei Tage und wir diskutierten sie innerhalb der Fraktion. Im Anschluss durften wir unsere Standpunkte den anderen Fraktionen vorstellen. Und wenn man eine Sache mal nicht ganz verstanden hatte, konnte man Dank des schnellen WLANs im Parlamentsgebäude die Thematik googlen und war in wenigen Sekunden schlauer.

Am dritten und letzten Tag hatten wir die große Plenarsitzung mit vielen Reden und kontroversen Diskussionen. Zuerst wurde das Thema Impfpflicht sehr strittig diskutiert und anschließend durften die verschiedenen Fraktionen abstimmen. Jede Fraktion hatte einen eigenen Antrag, welche diese im Laufe der drei Tage erarbeitet hatte. Danach wurde der ganze Prozess für unser zweites Thema, „ÖPVN attraktiver zu gestalten“ wiederholt. Wir hatten hierbei sogar bei der Abstimmung einen Hammelsprung, d.h. es konnte keine Mehrheit festgestellt werden. Nach Angaben der Organisatoren kam dies in den letzten zehn Jugendlandtagen nur dreimal vor.

Insgesamt betrachtet waren die drei Tage im Jugendlandtag durchaus interessant sowie spannend und ich erhielt die Möglichkeit, einen guten Eindruck über die Parlamentsarbeit zu erhalten. Nicht jedes politische Thema interessierte mich zwar, aber jede einzelne Stimme ist wichtig und man muss trotzdem zuhören und offen gegenüber anderen Meinungen sein. Politik geht jeden etwas an, auch wenn es manchmal anstrengend ist, man heftig diskutiert und am Ende nicht immer zu einem Kompromiss gelangt.

Anna-Lena Koutroulis (AH8M1)