Praktikumsbericht: Emely Born in Finnland

Erasmus+

Emely Born

Klasse: MK401 (Kaufleute für Marketingkommunikation)

Praktikum in Tampere/Finnland vom 14.07. – 25.07.2025

Hier geht es zum Podcast zum Praktikumsbericht auf Spotify

 

Woche 1: 14.07. – 20.07.2025

Mein zweiwöchiges Erasmus-Auslandspraktikum führte mich nach Tampere in Finnland, wo ich bei der Hochzeitsplanerin Micu und ihrer Agentur Juhlakirsikka tätig war.

Schon die Anreise war ein kleines Abenteuer: Ich startete am Donnerstagabend, dem 10. Juli, mit dem Zug von Bielefeld zum Berliner Flughafen. Die Nacht verbrachte ich dort auf einer Bank, da die Sicherheitskontrollen erst um 4 Uhr morgens öffneten. Der Flug nach Helsinki ging um 5:40 Uhr und dauerte etwa zwei Stunden. In Finnland war es eine Stunde vorraus als in Deutschland.

Nach meiner Ankunft verbrachte ich einige Stunden am Flughafen, bevor ich mit dem Zug etwa zwei Stunden nach Tampere weiterfuhr. Dort angekommen, musste ich noch bis 16 Uhr auf den Check-in in mein Airbnb-Apartment warten. Die kleine Zweizimmerwohnung mit Balkon lag direkt am Hauptbahnhof und war sehr zentral.

CSBWV-Erasumus-Auslandspraktikum

Am Montag begann mein Praktikum. Ich wurde herzlich von Micu empfangen und wir planten gemeinsam die Woche sowie die anstehende Hochzeit am Samstag. Ich bekam erste Einblicke in die Website von Juhlakirsikka, las die AGB durch und kümmerte mich um organisatorische Aufgaben wie das Überprüfen von Allergien auf der Gästeliste. Am selben Tag trafen wir das Hochzeitspaar L&K für ein Planungsgespräch. Anschließend schrieb ich eine kurze Zusammenfassung ihrer Liebesgeschichte und schickte den Ablaufplan an den Trauredner. Auch für das kommende Hochzeitswochenende von D&L arbeitete ich an einem detaillierten Ablaufplan. Im Studio half ich beim Sammeln und Reinigen von Deko-Materialien, die für das Wochenende gebraucht wurden.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen der Blumenvorbereitungen. Ich traf Julia, eine Kollegin von Micu, und half ihr im Studio bei der Organisation und Reinigung der Vasen für das florale Design. Es war spannend zu sehen, wie viel Detailarbeit in die Vorbereitung der Dekoration einfließt. Jede Hochzeit wurde individuell geplant und liebevoll umgesetzt.

CSBWV-Erasumus-Auslandspraktikum

Am Mittwoch ging es weiter mit der detaillierten Planung für L&Ds Hochzeitswochenende. Ich lernte, wie wichtig es ist, einen minutiösen Zeitplan zu erstellen, der nicht nur die Trauung, sondern auch Anlieferungen, Aufbau, Betreuung der Gäste und logistische Abläufe umfasst. Die Arbeit war strukturiert, aber auch kreativ, und ich bekam viel Vertrauen und Eigenverantwortung.

Der Donnerstag war einer der abwechslungsreichsten Tage der Woche. Ich recherchierte verschiedene Transportoptionen für eine Hochzeit im August von Bootsverleihen bis hin zu Golfcart-Transporten. Es war interessant, wie viele kleine logistische Entscheidungen bei einer Hochzeit im Freien eine Rolle spielen. Außerdem erstellte ich ein FAQ für die Website und überarbeitete gemeinsam mit Micu die AGB. Auch Preise für Goodiebags einer Hochzeit mussten recherchiert, verglichen und berechnet werden. Es war eine Mischung aus kreativem und analytischem Arbeiten, was mir sehr gefiel.

Am Wochenende stand mein erstes großes Hochzeits-Event an: die Hochzeit von A&A in der Nähe von Helsinki. Der Tag begann mit dem Beladen des Transporters, der langen Fahrt zum Veranstaltungsort und dem Entladen. Wir dekorierten die Location, stellten Tische auf, organisierten die Zeremonie und betreuten das Paar sowie die Gäste. Nach einer Pause inklusive kurzer Stärkung bei Hesburger (große Fastfood-Kette in Finnland), bauten wir gegen 1 Uhr nachts alles wieder ab. Gegen 2:30 Uhr fuhren wir zurück nach Tampere, entluden den LKW und ich war schließlich gegen 7 Uhr morgens wieder im Airbnb. Trotz der Erschöpfung war es ein unvergessliches Erlebnis: Ich bekam einen intensiven Einblick in den Ablauf eines Hochzeitstags von Anfang bis Ende.

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Neben der Arbeit blieb auch etwas Zeit für Freizeit und erste kulturelle Eindrücke. Ich erkundete die Stadt, lief entlang des Flusses und besuchte verschiedene Seen und Strände. Besonders spannend fand ich den Besuch des Mumin-Museums und den Blick vom Pyynikki-Turm. Auch kulinarisch wagte ich mich an Neues: Ich probierte die berühmte schwarze Blutwurst (Mustamakkara) und die süßen Munkkis. Die Finnen erlebte ich als sehr zurückhaltend und freundlich. Sie sind naturverbunden, lieben Kaffee und haben eine ruhige, gelassene Art. Besonders überraschend war für mich, dass man in Finnland dem Busfahrer ein Handzeichen geben muss, damit er überhaupt anhält, daran musste ich mich erst gewöhnen.
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Insgesamt war die erste Woche intensiv, spannend und voller neuer Eindrücke sowohl beruflich als auch kulturell. Ich fühlte mich trotz der anfänglichen Aufregung gut aufgehoben und merkte schnell, dass ich auch allein im Ausland gut zurechtkomme.

Woche 2: 21.07.-25.07.2025

Die zweite Woche meines Praktikums bei Juhlakirsikka begann nach dem anstrengenden, aber eindrucksvollen Hochzeitswochenende etwas ruhiger. Am Montag arbeitete ich weiter gemeinsam mit Micu an der Website der Agentur. Ich passte Links an, überarbeitete den FAQ-Bereich sowie die AGB, und kümmerte mich um allgemeine Struktur und Übersichtlichkeit der Seite. Es war spannend, an einer professionellen Website mitarbeiten zu dürfen und ein Gespür dafür zu bekommen, wie wichtig gute Kommunikation auch im digitalen Raum ist.

Auch am Dienstag ging die Arbeit an der Website weiter, unter anderem mit der Veröffentlichung der Öffnungszeiten und der weiteren Optimierung der Struktur. Ich schrieb E-Mails, aktualisierte Zeitpläne für die anstehenden Hochzeiten und arbeitete weiter an den Vertragsbedingungen. Am Nachmittag war ich im Studio, wo ich half, Materialien zu sortieren und den Arbeitsplatz aufzuräumen. Die Mischung aus Büroarbeit und praktischen Tätigkeiten gefiel mir sehr gut, da sie den Alltag abwechslungsreich machte.

Der Mittwoch war erneut geprägt von inhaltlicher Arbeit an der Website und den AGB. Außerdem kümmerte ich mich wieder um die Beantwortung von E-Mails, ein wichtiger Bestandteil der Arbeit einer Hochzeitsplanerin, da hier oft viele kleine, aber zeitkritische Fragen von Paaren und Dienstleistern zusammenlaufen. Besonders spannend war es, die Kommunikation mit echten Kunden mitzuverfolgen und teilweise auch selbst Beiträge zu verfassen oder vorzubereiten.

Am Donnerstag stand ein etwas anderer Punkt auf dem Plan: Ich war bei der Aufnahme einer Podcast-Folge dabei. Micu arbeitet nicht nur als Hochzeitsplanerin, sondern betreibt auch einen eigenen Podcast rund um Events, Hochzeiten und Unternehmertum. Ich durfte nicht nur zuhören, sondern auch aktiv mitwirken. Es war eine ganz neue Erfahrung für mich, meine Stimme öffentlich zu verwenden und meine Perspektiven als Praktikantin einzubringen. Außerdem arbeiteten wir weiter an der Website und fügten eine neue Seite mit zusätzlichen buchbaren Services hinzu. Nachmittags war ich im Studio und half beim Aufräumen und Sortieren. Zudem hatten wir ein Planungstreffen mit dem nächsten Hochzeitspaar R&S, was mir erneut zeigte, wie individuell jede Hochzeit ist und wie wichtig dabei Fingerspitzengefühl und Organisation sind.

Am Freitag beschäftigte ich mich mit der Flitterwochen-Recherche für das Paar R&S und erstellte verschiedene Angebote und Ideen für deren Reiseplanung. Darüber hinaus fügte ich neue Service-Pakete auf der Website hinzu und unterstützte Micu bei E-Mails und anderen organisatorischen Aufgaben. Der Tag endete mit einem weiteren Kundengespräch, diesmal mit dem Paar L&D, deren Hochzeit ich schon in der ersten Woche mit vorbereitet hatte. Es war ein schönes Gefühl, die Entwicklung eines Projekts über zwei Wochen hinweg begleiten zu dürfen.
Auch außerhalb der Arbeitszeit blieb mir in dieser Woche Zeit für Freizeit und Erkundung. Ich war erneut schwimmen, spazierte entlang des Flusses und genoss die Ruhe der finnischen Natur. Besonders schön war es, mit Micu oder Kolleginnen nach der Arbeit
noch etwas essen oder durch die Stadt schlendern zu gehen. Die Gespräche gaben mir nicht nur Einblicke in das Arbeitsleben in Finnland, sondern auch in den Alltag, die Kultur und Denkweise der Menschen dort. Insgesamt beeindruckte mich während des gesamten Praktikums die entspannte, aber dennoch professionelle Art, mit der in Finnland gearbeitet wird. Selbst in stressigen Situationen wie am Hochzeitswochenende blieb das Team ruhig, freundlich und lösungsorientiert. Die Atmosphäre war offen und respektvoll, und obwohl ich nur für zwei Wochen da war, wurde ich wie ein vollwertiges Teammitglied behandelt. Die hervorragenden Englischkenntnisse aller Beteiligten halfen mir sehr, mich schnell einzuleben.

Zum Abschied gab es noch eine große Überraschung: Micu schenkte mir einen wunderschönen Blumenstrauß sowie eine Geschenktüte mit verschiedenen Kleinigkeiten und einem Gutschein. Ich war wirklich gerührt über diese herzliche Geste. Nach dem Praktikum verbrachte ich noch eine Woche Urlaub in Tampere und Helsinki, bevor ich zurück nach Deutschland reiste. Mit vielen neuen Eindrücken, tollen Erinnerungen und dem Gefühl, beruflich und persönlich gewachsen zu sein kehrte ich zurück. Das Praktikum hat mir gezeigt, dass man über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg Verbindungen schaffen kann, wenn man offen und mutig auf Menschen zugeht. Ich nehme aus diesen zwei Wochen nicht nur fachliche Erfahrungen mit, sondern vor allem das Vertrauen, dass ich mich in einem völlig neuen Umfeld zurechtfinden und entwickeln kann.

PS: Ich habe damit gerechnet, dass es ca. 20°C mit Wolken und Regen sein wird, aber ich hatte die ganzen 2 Wochen lang mindestens 30°C, es war der heißeste Sommer jemals in Finnland. Total verrückt. 🙂

Einblicke der zweiten Woche in der Freizeit:

 

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