Praktikumsbericht:
Mariana Pinheiro Ramalho in Valencia
Einleitung
Auf das Erasmus-Programm bin ich durch meine Schule aufmerksam geworden, da sie mit der Erasmus-Organisation zusammenarbeitet und uns ausführlich über die Möglichkeiten informiert hat. Dabei wurde mein Interesse geweckt, während meiner Ausbildung ein Auslandspraktikum zu absolvieren, um neue Erfahrungen zu sammeln und meine beruflichen sowie sprachlichen Fähigkeiten zu erweitern.
Da mehrere europäische Ziele vorgeschlagen wurden, fiel die Entscheidung zunächst nicht leicht – alle klangen spannend und boten tolle Chancen. Letztendlich habe ich mich jedoch für Valencia entschieden, weil ich Spanien sehr mag, die Sprache bereits ein wenig spreche und sie gerne weiter verbessern wollte.
Nachdem ich meine Entscheidung getroffen hatte, nahm ich Kontakt mit der Organisation auf, teilte meine Wünsche mit – insbesondere, dass ich gerne im Tourismussektor arbeiten möchte – und bekam schnell eine klare und strukturierte Rückmeldung. Das Erasmus-Programm unterstützte mich bei allen wichtigen Schritten, wie der Suche nach einer Unterkunft, einer passenden Schule und einem geeigneten Praktikumsplatz. Außerdem wurde ich während des gesamten Aufenthalts regelmäßig betreut und nach meinem Wohlbefinden gefragt, wodurch ich mich jederzeit gut aufgehoben und sicher fühlte.
Von Anfang bis Ende war alles sehr gut organisiert, und ich bin dankbar, dass ich diese wertvolle Erfahrung machen durfte.
Wochenbericht – 15.09. bis 21.09.2024
Am Sonntag den 14.09. bin ich in Valencia angekommen und habe mein Apartment im Stadtteil Benicalap bezogen. Dort lernte ich meine neuen Mitbewohnerinnen und Mitbewohner kennen: zwei Deutsche, eine Portugiesin in meinem Alter und einen älteren Japaner. Alle waren sehr gastfreundlich und offen, sodass ich mich von Anfang an wohlgefühlt habe. Sie zeigten mir die Bushaltestellen, Supermarkt wie die berühmten spanischen Ketten Mercadona und Consume und Kiosks in der Nähe und erklärten mir die Regeln des Apartments und Tipps für Valencia.
Am Montag begann mein Sprachkurs, der etwa 15 Minuten zu Fuß oder 5 Minuten mit dem Bus entfernt liegt. Zu Beginn musste ich eine mündliche Prüfung ablegen, durch die ich in den B1-Kurs eingeteilt wurde. Während der ersten Woche lag der Fokus im Unterricht auf der spanischen Grammatik, insbesondere auf den Zeitformen pretérito perfecto und imperfecto. Bei dem Kurs lernte viele neue Leute kennen, aus der ganze Welt und schnell habe ich neue Freundschaften gemacht.
In meiner Freizeit habe ich viel von Valencia entdeckt, vor allem die Ciudad Vella und La Saïda (ca. 15 min mit dem Bus). Besonders beeindruckt haben mich die schönen Kathedralen, die lebhaften Einkaufsstraßen und die gemütlichen Cafés und Restaurants, die das Stadtbild prägen. Insgesamt war es ein sehr gelungener Start in mein Auslandspraktikum.
Wochenbericht – 23.09. bis 29.09.2024
In dieser Woche begann mein Praktikum im Hostel Cantagua, dass sich im Stadtviertel Ruzafa befindet. Der Arbeitsweg dauerte etwa 30 Minuten mit dem Bus, da das Hostel etwas außerhalb des Stadtzentrums liegt. Meine Arbeitszeiten hier variierten sich, 11 – 16 Uhr oder 17 – 21 Uhr. Zu Beginn wurde ich ausführlich in die Abläufe eingeführt: Ich lernte, wie der Check-in funktioniert, wie die Zimmer aufgeteilt sind, was bei der Reinigung zu beachten ist und welche zusätzlichen Aufgaben im Alltag anfallen können.
Das Hostel wird von einem jungen Paar geführt – er kommt aus Australien, sie aus Mexiko – und beide haben sich in Valencia kennengelernt. Da das Hostel eher klein ist, arbeitet dort nur wenig Personal. Ich war Teil eines sympathischen Teams von vier weiteren Kolleginnen und Kollegen, von denen zwei als Volontäre tätig waren. Neben dem Putzen und dem Waschen der Bettwäsche lernte ich in dieser Woche auch den Check-in-Prozess kennen. Dabei musste ich mich sprachlich flexibel anpassen und die Regeln sowie Leistungen des Hostels – wie das Frühstück oder den Fahrradverleih – auf Englisch, Spanisch, gelegentlich auch Deutsch oder Portugiesisch erklären. Gegen Ende der Woche konnte ich diese Aufgaben bereits zunehmend selbstständig übernehmen.
In meiner Freizeit besuchte ich mehrmals den Strand Malvarrosa, der etwa 30 Minuten von meiner Arbeitsstelle entfernt ist. Außerdem meldete ich mich für einen Salsa-Kurs an, um die spanische Kultur noch besser kennenzulernen.
In dieser Woche musste ich mich leider schon von den ersten Leuten verabschieden – ein Moment, der sich in den nächsten Wochen noch einige Male wiederholen sollte.
Wochenbericht – 29.09. bis 05.10.2024
In dieser Woche konnte ich meine Aufgaben im Hostel Cantagua selbstständiger übernehmen. Ich begann, die Check-ins eigenständig durchzuführen und fühlte mich dabei zunehmend sicherer im Umgang mit den Gästen. Außerdem wurde mir mehrfach die Aufgabe übertragen, in ruhigeren Momenten Aktivitäten in Valencia zu recherchieren und daraus Flyer zu gestalten, die anschließend auf Instagram und in unserer WhatsApp-Gruppe geteilt wurden. Diese kreative Tätigkeit hat mir besonders viel Spaß gemacht, da ich mich dadurch intensiver mit der Stadt auseinandersetzen konnte und langsam das Gefühl bekam, wirklich „lokal“ zu leben.
In meiner Freizeit habe ich neben dem Strand Malvarrosa auch weitere Orte entdeckt, darunter das Stadium von Valencia, den Mercado Central wo viele tolle Restaurants und Cafés mit traditionellen Gerichten gab und die beeindruckende Ciudad de las Artes y las Ciencias. Durch diese Erlebnisse lernte ich Valencia noch besser kennen und konnte viele neue Eindrücke sammeln.
Wochenbericht – 06.10. bis 12.10.2024
In dieser Woche blieben meine Aufgaben im Hostel Cantagua größtenteils gleich. Ich war weiterhin für viele Check-ins und Check-outs verantwortlich und half außerdem bei der Planung verschiedener Aktivitäten für die Gäste mit. Zusätzlich wurde mir gezeigt, wie ich im Kundenservice unterstützen kann – insbesondere über WhatsApp und E-Mail, da ich keine Telefongespräche führte. So lernte ich, auf Anfragen schnell und freundlich zu reagieren und den Gästen hilfreiche Informationen zu geben.
In meiner Freizeit nutzte ich die Zeit, um noch mehr von Valencia zu entdecken. Ich besuchte die Torres de Serranos, machte einen Ausflug zum Hafen und widmete mich auch der kulinarischen Seite der Stadt. Dabei probierte ich viele typische Gerichte wie Paella, Patatas Bravas, Tapas, Agua de Valencia und Vino Tinto de Verano – alles sehr köstliche Spezialitäten, die meine Begeisterung für Valencia noch weiter gesteigert haben.
In der Woche war auch der „Valencia Day“ am 09.10., es war eine große Feier für die Einheimischen, mit gesperrten Straßen, tolle Aufführungen und Feuerwerk mittags und Mitternacht. Witzigerweise war auch der „Fiesta Nacional de España“ am 12.10., wo den Spaniern den Nationaltag feierten, auch hier mit viel Feuerwerk und die Stadt in Rot und Geld beschmückt.
Wochenbericht – 13.10. bis 19.10.2024
Auch in dieser Woche erledigte ich im Hostel Cantagua meine gewohnten Aufgaben. Dazu gehörten weiterhin die Check-ins und Check-outs, die Kommunikation mit Gästen über WhatsApp und E-Mail sowie das Mitplanen von Aktivitäten. Mittlerweile konnte ich viele Abläufe selbstständig durchführen und fühlte mich im Arbeitsalltag immer sicherer.
In meiner Freizeit habe ich mich bei einer Wandertour zum Montanejos angemeldet – einer wunderschönen Region mit Bergen, Thermalquellen und einer versteckten Höhle mit einem Wasserfall. Dieses Erlebnis war eines meiner persönlichen Highlights, da die Natur dort wirklich beeindruckend war. Außerdem lieh ich mir ein Fahrrad aus und unternahm mehrere Touren, unter anderem entlang des Jardín del Turia, durch das Viertel El Cabanyal bis hin zum Strand Malvarrosa.
Ein weiteres unvergessliches Erlebnis war der Besuch einer Flamenco-Aufführung, die mich mit ihrer Energie, Musik und Leidenschaft sehr begeistert hat. Diese Woche war eine perfekte Mischung aus Arbeit, Kultur und Natur – und hat meine Verbindung zu Valencia noch weiter vertieft.
Wochenbericht – 28.10. bis 03.11.2024
Leider wurde ich in der letzten Woche etwas krank, sodass ich nicht mehr so viele Aktivitäten unternehmen konnte wie zuvor. In den letzten Tagen nutzte ich die Zeit vor allem, um meine Sachen zusammenzupacken und mich von allen zu verabschieden. Ich genoss noch einmal den Strand, den Salsa-Kurs und ein letztes gemeinsames Essen mit meinen Freunden.
Diese Abschiede waren sehr emotional und brachten viele Tränen mit sich. Auf dem Weg nach Hause hatte ich ein sehr bittersüßes Gefühl: Freude darüber, eine so schöne Zeit erlebt zu haben, aber gleichzeitig Trauer, ein zweites Zuhause und liebe Menschen zurücklassen zu müssen. Diese Woche hat mir gezeigt, wie wertvoll die Erfahrungen und die Freundschaften während meines Auslandspraktikums in Valencia waren.





















