Praktikumsbericht:
Ismail Obeid in Valencia
(DP401 – Medienkaufleute Digital und Print)
21.03.2026 bis 02.05.2026
Während meines sechswöchigen Auslandspraktikums in Valencia konnte ich sowohl beruflich als auch persönlich viele neue Eindrücke sammeln. Mein Ziel war es, erste Erfahrungen in einem internationalen Arbeitsumfeld zu machen und gleichzeitig eine neue Kultur kennenzulernen.
Die erste Woche verbrachte ich in einer Sprachschule, um grundlegende Spanischkenntnisse aufzubauen. Diese haben mir vor allem im Alltag geholfen. Parallel dazu begann ich, meine Umgebung zu erkunden. Besonders aufgefallen ist mir, dass das Viertel, in dem sich mein Apartment befand, sehr multikulturell geprägt war. Dadurch hatte ich von Anfang an Kontakt zu Menschen aus unterschiedlichen Ländern. Mit der Zeit habe ich mich auch immer mehr in Richtung Stadtzentrum orientiert und die Stadt intensiver kennengelernt.
Ab der zweiten Woche begann mein Praktikum beim Buchverlag Tirant lo Blanch. Zunächst war ich im Buchhandel eingesetzt, wo ich grundlegende Abläufe kennenlernen konnte. Zu meinen Aufgaben gehörte es, neu angekommene Ware zu kontrollieren und Papp-Verkaufstüten zu stempeln. Gemeinsam mit zwei Praktikanten aus Ungarn habe ich dabei auch kleinere Anpassungen an der Warenpräsentation vorgenommen, wodurch ich einen ersten Einblick in verkaufsbezogene Abläufe bekommen habe.
Im weiteren Verlauf war ich im Büro am Hauptsitz tätig. Dort arbeitete ich mit einem spanischen ERP-System und beschäftigte mich vor allem mit der Zuordnung von Lieferscheinen zu den entsprechenden Rechnungen. Dabei gab es verschiedene Wege, an die benötigten Informationen zu gelangen, was ein gewisses Verständnis für die internen Prozesse voraussetzte. Auch wenn die Sprachbarriere teilweise eine Herausforderung war, konnte ich die grundlegenden Abläufe nachvollziehen und eigenständig Aufgaben bearbeiten.
Ein weiterer Teil meines Praktikums fand im Lager statt. Dort unterstützte ich bei der Organisation von Lieferscheinen, bereitete Rücksendungen über ein Lagerverwaltungssystem vor und sortierte Waren nach bestimmten Kriterien. In den letzten Wochen lag der Fokus verstärkt auf der Vorbereitung einer Buchmesse. Dazu gehörten das Aussortieren von Überbeständen, das Verpacken von Bücherkartons sowie die Kontrolle von Beständen und neu eingetroffener Ware. Auch logistische Tätigkeiten wie das Be- und Entladen eines Transporters gehörten zu meinen Aufgaben.
Auch wenn meine Tätigkeiten nur teilweise mit meiner eigentlichen Ausbildung übereinstimmten, konnte ich dennoch ein besseres Verständnis für die Abläufe in einem Unternehmen entwickeln. Ein wesentlicher Grund für die eingeschränkte Einbindung in komplexere Aufgaben war, dass ich kaum Spanisch sprechen konnte.
Neben den beruflichen Erfahrungen spielte auch das Leben außerhalb der Arbeit eine wichtige Rolle. Besonders prägend war für mich der Kontakt zu internationalen Gruppen, beispielsweise durch eine Beachvolleyball-Community, der ich mich anschloss. Dadurch konnte ich regelmäßig neue Kontakte knüpfen und mich mit Menschen aus verschiedenen Ländern austauschen. Ein Highlight war dabei ein gemeinsamer Ausflug nach Sagunto, der die Zeit zusätzlich bereichert hat.
Rückblickend war das Auslandspraktikum für mich eine sehr wertvolle Erfahrung. Besonders im persönlichen Bereich konnte ich mich weiterentwickeln, da ich gelernt habe, mich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden und offener auf andere Menschen zuzugehen. Auch wenn die praktische Arbeit nicht immer direkt zu meiner Ausbildung gepasst hat, überwiegen die positiven Erfahrungen deutlich. Insgesamt würde ich ein Auslandspraktikum weiterempfehlen, insbesondere wenn man bereit ist, sich auch außerhalb der Arbeit aktiv einzubringen und neue Kontakte zu suchen.





